"Nur pessimistisch gucken hilft nicht wirklich weiter..."

Portalfräse Firma

„Nur pessimistisch gucken hilft nicht wirklich weiter…“

Kruse GmbH investierte in neue Fräsmaschine und kann nun Werkstücke bis zu fünf Metern Länge bearbeiten.
Mit Messe-Ausstellungsmaschine neue Kunden gewinnen
Von Christian Clewing - Warstein.

Es sollte ursprünglich eine Hobbywerkstatt werden, die Nebenerwerbslandwirt Franz Kruse 1970 einrichtete. Entwickelt hat sich daraus ein florierendes metallverarbeitendes Unternehmen im Enkerbruch, das gestern Morgen die Produktionsmöglichkeiten mit einer 44 Tonnen schweren, rund 400 000 Euro teuren Fräsmaschine erheblich erweitert hat. „ Ich habe heute Nacht kaum geschlafen“, fieberte Firmeninhaber und Geschäftsführer Franz-Josef Kruse gestern dem großen Moment entgegen. Direkt von der Düsseldorfer Metall-Messe (Metav) kam die Fräsmaschine auf zwei Schwertransportern nach Warstein. Dort hatte sie für das Fachpublikum nach der Fertigung in Spanien nur einen Zwischenstopp eingelegt, von dem sowohl der Hersteller als auch der Besteller profitierten. Schon bei der Bestellung einigten sich Franz-Josef Kruse und die Herstellerfirma darauf, dass die Maschine vor ihrem Einsatz in Warstein quasi einen „Probelauf“ auf der Messe macht. Das senkte nicht nur den Anschaffungspreis, sondern bot auch dem Kruse-Team neue Möglichkeiten: „Wir haben das als Werbung genutzt und viele neue Kontakte geknüpft“, so Franz-Josef Kruse gestern. Nun hofft man, dass daraus auch neue Aufträge entstehen, mehrere vielversprechende Telefonate habe es bereits gegeben. Die neue Fräsmaschine ist die vierte und „mit Abstand größte“ im Maschinenpark der Kruse GmbH, die seit 1978 im Enkerbruch residiert. „Wir haben uns ein bisschen aus dem Fenster gelehnt“, erklärte der Chef mit Blick auf ein relativ kleines Unternehmen die große Investition. Damit aber will Franz-Josef Kruse für sich und seine acht Mitarbeiter, zu denen zum 1. August auch Sohn Christian dazu stößt, die Existenz langfristig sichern. „Wir hoffen mit den neuen Fertigungsmöglichkeiten, die andere nicht bieten können, Arbeit an uns zu ziehen. Außerdem hilft nur pessimistisch gucken nicht wirklich weiter.“ Gefertigt werden von der Kruse GmbH „Maschinenteile jeder Art“ beispielsweise für den Fahrzeugbau oder Maschinenbau – und das sowohl aus allen Metallen als auch aus Kunststoff von wenigen Zentimetern bis nun hin zu fünf Metern Länge. „Wir sind ein reiner Lohnfertiger, haben keine eigenen Produkte“, so Kruse. „Wir fertigen alles, was der Kunde verlangt.“ Vorteil im Bereich der Kleinserien und Einzelteile sei, dass das Preisniveau noch okay sei. In Betrieb genommen hätte Franz-Josef Kruse das neue Prunkstück am liebsten bereits gestern in der neuen 450 Quadratmeter großen Halle, mit der die Produktionsfläche auf 1500 qm erhöht wurde. Nach dem Abladen per Autokran und dem Zusammenbau muss die Maschine in 66 in den Betonboden gebohrten Löchern verankert und justiert werden. „Gut zwei Wochen wird es dauern, bis die ersten Späne fliegen…“

Quelle: Der Patriot - 25.06.2004

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