"Mit Portalfräse Firma fit für die Zukunft"

Metallbau GmbH 2009

Mit Portalfräse Firma fit für die Zukunft

Kruse GmbH investiert 350 000 Euro und hofft auf Weg aus der Krise - Von Susanne Löbbert Warstein.

Noch sind genügend Aufträge da, um alle Mitarbeiter halten zu können. „Aber manchmal leben wir mit der Angst im Nacken und fragen uns: Wie geht es weiter?”, erklärt Franz Josef Kruse. Doch die Wirtschaftskrise hält ihn nicht davon ab, sein Unternehmen im Enkerbruch fit zu machen für die Zukunft— und zu investieren: Gestern Morgen wurde im Enkerbruch eine neue Portalfräsmaschine aufgestellt. Nach der Container-Verschiffung vom Herstellungsort in Taiwan bis in den Hamburger Hafen lieferte ein Transportunternehmen aus Bremen in der Nacht zum gestrigen Dienstag einen Container mit der 33 Tonnen schweren Maschine sowie einen weiteren mit Zubehör in dem Warsteiner Industriegebiet an. Dort stand gestern Morgen ein Autokran der Firma Bracht bereit, um die Behälter abzuladen und auf Panzerrollen zu setzen, über die die Portalfräse direkt in der Produktionshalle gefahren werden konnte. Schon Mitte 2004 investierte die Kruse GmbH in eine neue Fräsmaschine, in einer Zeit, als die Wirtschaft lahmte. Kurz darauf kam der Aufschwung. Jetzt befindet sich die Wirtschaft in einer noch schlimmeren Krise — „und wir investieren wieder antizyklisch”, so Juniorchef Christian Kruse (34). Und den Grund erklärt Vater Franz Josef: „Wir wollen uns verändern, verbessern. Als kleiner Betrieb kann man nur Nischen suchen.” schlägt die neue Fräsmaschine zu Buche. Die 1970 von Franz Kruse gegründete Firma, die Teile für den allgemeinen Maschinenbau und Automatisierung herstellt, suchte noch vor einem Jahr händeringend qualifizierte Leute — „und wir haben keine gefunden — heute muss man sagen, zum Glück; im November kam der Einbruch”, erklärt Christian Kruse. Denn die Chefs haben ihre eigene Firmenphilosophie: „Leute, die wir einstellen, können bei uns alt werden”. Derzeit arbeiten sieben Mitarbeiter in der Produktion — Vater und Sohn Kruse sind im Tagesgeschäft tätig. Beide wissen ganz genau, was die Kunden wollen und hatten bisher ein Problem: „Bei unseren bisherigen CNC Fräsen war der Arbeitsbereich auf 1,20 Meter Breite begrenzt”, so Franz Josef Kruse. Die neue Portalfräse kann Stahl bis zu 2,60 Metern Breite und 3,10 Metern Länge bearbeiten. „Mit diesen Maßen sind wir regional einzigartig”, erklärt der Seniorchef. Schließlich war der Kauf wohl überlegt: „Bis zur Entscheidung hat es ein halbes bis dreiviertel Jahr gedauert”. Als kleiner Betrieb kann man nur Nischen suchen. Franz Josef Kruse Da Christian und Franz Josef Kruse die Einladung des Herstellers nach Taiwan nicht annehmen, aber trotzdem wissen wollten, was sie da kaufen, besuchten sie eine Firma im Siegerland, die mit einer kleineren Version der Maschine arbeitet, und ließen sie sich erklären. Die Mitarbeiter Fabrikat sehr zufrieden, V-Tec alle qualitativ wichtigen Teile wie Steuerung, Motoren, Antriebe und Nach dem nächtlichen Transportüber die Autobahn wurden die Container gestern Morgen bei der Firma Kruse im Enkerbruch angeliefert; mittels Autokran konnte die 33 Tonnen schwere Maschine angehoben und auf Rollen gesetzt werden. Jetzt steht sie in der Produktionshalle. Messsysteme auf dem deutschen Markt hinzu. Die neue Maschine verfügt zudem über eine innere Kühlmittelzufuhr, so dass Bohrungen deutlich schneller vonstatten gehen „und das bedeutet wiederum einen Preisvorteil für den Kunden”, so Christian Kruse. Die Fahrt ins Siegerland hatte noch einen positiven Nebeneffekt: Der Warsteiner Betrieb machte gleich Werbung für seine künftigen technischen Möglichkeiten und bot sich für Aufträge an, die die dortige Firma nicht übernehmen kann. Nun wird die Maschine in der Halle montiert und justiert und kann in etwa zwei bis drei Wochen in Betrieb gehen. „Wir hoffen, dass wir zum richtigen Zeitpunkt investiert haben,” gibt sich Franz Josef Kruse optimistisch. „Mit unseren Maschinen sind wir ganz gut auf aufgestellt.” Wenn die Konjunktur anzieht, will das Unternehmen sofort weit

Quelle: Westfalische Rundschau - 22.04.2009

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