"Kruse GmbH trotzt Krise und investiert weiter in Standort"

Metallbau GmbH 2009

Kruse GmbH trotzt Krise und investiert weiter in Standort

Christian und Franz-Josef Kruse stecken 350 000 Euro in neue Maschine Betrieb im Enkerbruch stetig erweitert -- Schwerlasttransport von Hamburg aus

WARSTEIN In solchen Zeiten sollte man den Kopf nicht in den Sand stecken, ist sich Christian Kruse (34) sicher. Als Geschäftsführer der Kruse GmbH im Enkerbruch in Warstein hat er zusammen mit seinem Vater Franz-Josef (58) eine 350 000 Euro Investition getätigt -- trotz Wirtschaftskrise. Gestern kam die neue große Maschine auf dem Werksgelände an und wurde vorsichtig in die Werkshallen bewegt. Gefertigt wurde das 42 Tonnen schwere und sechs mal zehn Meter große Stück in Taiwan. Per Schiff wurde die Maschine nach Deutschland gebracht und kam kurz vor Ostern im Hamburger Hafen an. Nach Zollkontrollen und anderen Regularien konnte vorgestern Abend der Schwerlasttransport um 22 Uhr starten. Gestern Morgen erhielten dann Christian und Franz-Josef Kruse einen Anruf, der Transport habe unter Polizeibegleitung Paderborn erreicht. Schnell fuhren die beiden Warsteiner ihrer noch fahrenden Maschine entgegen, um die letzten Kilometer des Schwerlasttransports zu begleiten. Gegen 6 Uhr stand dann der große Container auf den Betriebsgelände der Firma Kruse. Die Mitarbeiter der Firma "Franz Bracht" machten sich dann daran, das große Gerät sicher in die Werkshallen zu manövrieren. Einiges an Fingerspitzengefühl wurde den Mitarbeitern abverlangt. Erst wurde der Container mit einem großen Kran hochgehoben, dann ging es die letzten Meter auf so genannten Panzerrollen weiter. In den nächsten Wochen wird jetzt ein Monteur die Maschine in Schwung bringen, dann können die Mitarbeiter an der neuen Produktionsstätte ihre Arbeit aufnehmen. Manch anderer Firma würde von so einer großen Investition während einer Wirtschaftskrise sicher Abstand nehmen, doch bei der Firma Kruse sieht man eine große Chance. "Natürlich merken auch wir die Folgen der Krise", so Christian Kruse, doch auch die letzte Investition vor einigen Jahren fiel in die Phase einer Rezession. Durch geringere Auftragsumfänge haben jetzt die Mitarbeiter die Zeit, an der Maschine angelernt zu werden: "Das läuft auch nicht alles sofort perfekt". "Wir stellen uns jetzt gut auf, um für die Zukunft bereit zu sein", beurteilt Christian Kruse die Situation. Im letzten Jahr sei die Wirtschaftslage noch eine andere gewesen, händeringend habe man neues Personal gesucht, davon sei man vorerst abgerückt. Doch wenn die Konjunktur wieder brummt, "dann wollen wir personell aufstocken". Die Kruse GmbH stellt "Maschinenbauteile aller Art" her, wie Geschäftsführer Christian Kruse berichtete. Seit 1970 besteht der Betrieb, den Franz Kruse (85) in einer Doppelgarage gegründet hat. 1980 folgte der Umzug in die erste Werkshalle im Enkerbruch, danach die stete Erweiterung des Betriebes. Neben den beiden Geschäftsführern Christian Kruse und Franz-Josef Kruse werden noch sieben weitere CNC-Fräser, Werkzeugmacher, Dreher und Schweißer beschäftigt.

Quelle: Soester Anzeiger - 22.04.2009

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